Webanwendung, mobile App oder PWA: Was eignet sich wann?
Derselbe Bedarf lässt sich mit einer Webanwendung im Browser ebenso decken wie mit einer mobilen App, die aus dem Store heruntergeladen wird. Stärken und Schwächen der drei Ansätze und die Kriterien für die Auswahl.
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Bei der Planung eines digitalen Produkts lautet eine der ersten technischen Fragen: Erreichen die Nutzer das Produkt über den Browser, oder laden sie eine App auf ihr Smartphone? Die Antwort hängt davon ab, wie oft, wo und mit welchen Gerätefunktionen die Nutzer das Produkt verwenden werden.
Die drei Ansätze in Kürze
- Webanwendung: Läuft im Browser und erfordert keine Installation. Jeder, der auf den Link klickt, kann sie nutzen.
- Mobile App: Wird aus dem App Store oder von Google Play heruntergeladen, auf dem Gerät installiert und greift direkt auf die Funktionen des Geräts zu.
- PWA (Progressive Web App): Eine Webanwendung, die im Browser läuft, sich aber zum Startbildschirm hinzufügen lässt, in gewissem Umfang offline funktioniert und Benachrichtigungen senden kann.
Vergleich
| Kriterium | Webanwendung | PWA | Mobile App |
|---|---|---|---|
| Zugang | Per Link, sofort | Per Link; lässt sich zum Startbildschirm hinzufügen | Download aus dem Store |
| Updates | Erfolgen auf dem Server, alle sehen dieselbe Version | Erfolgen auf dem Server | Durchlaufen die Store-Prüfung, der Nutzer aktualisiert |
| Offline-Betrieb | Eingeschränkt | Per Cache möglich | Volle Unterstützung |
| Benachrichtigungen | Wenn der Browser es erlaubt | Unterstützt; unter iOS muss sie zum Startbildschirm hinzugefügt sein | Volle Unterstützung |
| Gerätefunktionen | Grundfunktionen wie Kamera und Standort | Wie bei der Webanwendung | Gesamte Hardware und Hintergrundprozesse |
| Auffindbarkeit in Suchmaschinen | Ja | Ja | Nein; Suche im Store |
| Entwicklung und Wartung | Eine einzige Codebasis | Eine einzige Codebasis | Pro Plattform oder plattformübergreifend |
Wann reicht eine Webanwendung aus?
Wenn die Nutzung überwiegend am Desktop stattfindet, die Nutzer das Produkt nur gelegentlich verwenden oder es wichtig ist, dass das Produkt über Suchmaschinen erreicht wird, ist die Webanwendung die naheliegende Wahl. Admin-Panels, B2B-Portale sowie Antrags- und Angebotssysteme gehören in diese Gruppe. Da es keine Installationshürde gibt, fällt auch der Einstieg in die erste Nutzung leicht.
Welche Lücke schließt die PWA?
Eine PWA bewahrt den einfachen Zugang einer Webanwendung und bietet zugleich ein Erlebnis, das einer mobilen App nahekommt. Sie ist eine gute Zwischenlösung, wenn Außendienstteams Formulare ausfüllen, die Verbindung zeitweise abbricht oder es unrealistisch ist, vom Nutzer zu erwarten, dass er eine App aus dem Store herunterlädt.
Man sollte ihre Grenzen kennen: Die von den Browsern unterstützten Gerätefunktionen unterscheiden sich je nach Plattform, längeres Arbeiten im Hintergrund ist eingeschränkt, und von der Sichtbarkeit in den App-Stores lässt sich nicht profitieren.
Wann ist eine mobile App erforderlich?
- wenn das Produkt täglich und häufig genutzt wird,
- wenn Benachrichtigungen im Mittelpunkt des Erlebnisses stehen,
- wenn Hardwarefunktionen wie Bluetooth, NFC oder Standortverfolgung im Hintergrund benötigt werden,
- wenn längerer Offline-Betrieb mit späterer Synchronisierung Voraussetzung ist,
- wenn die Nutzer das Produkt im App-Store suchen.
Auch ein schrittweises Vorgehen ist eine Option
Viele Produkte gehen zunächst als Webanwendung live; die mobile App kommt hinzu, sobald sich die Nutzungsgewohnheiten geklärt haben. Wenn die Geschäftsregeln von Anfang an in einer gut konzipierten API gebündelt sind, nutzt die später ergänzte mobile App dieselbe Infrastruktur, und die Investition ist nicht verloren.
Die richtige Frage lautet nicht „Was ist moderner?“, sondern „Wo, wie oft und unter welchen Bedingungen wird mein Nutzer dieses Produkt verwenden?“.
Je nach Bedarf können Sie sich auf unseren Seiten Entwicklung von Webanwendungen oder Mobile App-Entwicklung unseren Ansatz ansehen.